Weitblick 2017 … da war auch eine megagute Stimmung, so richtig wie bei einem Konzert!

Timo Tomasini Lager und Freizeiten, Pfadfinder, Ranger / Rover 0 Comments

Vom 27. Juli bis 5. August war unsere Region auch dieses Jahr wieder auf unserem Bundeslager vom VCP. Das Motto war 2017, passend zur Reformationsfeier „Weitblick 2017“ und genau deshalb haben wir uns dieses Jahr auch etwas Besonderes überlegt und den Artikel für diesen Anlass reformiert. Christian aus der Siedlung Zugvögel Rehau und Moritz aus dem Stamm Dietrich Bonhoeffer Bayreuth haben sich bereit erklärt, ein bisschen aus ihrem vergangenen Lageralltag zu erzählen:

 

Hallo Moritz, hallo Chris!

Moritz: Hallo

Chris: Hallo Timo!

 

Und, seid ihr wieder alle heil vom Bundeslager nach Hause gekommen?

Chris: Also man muss sagen, dass der Rückweg wesentlich entspannter war als der Hinweg weil wirklich eine Last von einem abgefallen. Der Verkehr war auch deutlich einfacher.

 

Wer war denn alles mit dabei?

Chris: Also wir waren eine große Fichtelgebirgstruppe. Bei uns waren die Stämme Bayreuth, Hof, Rehau und auch ein paar Leute aus der Region Mitte dabei. Aus der Region insgesamt aber nicht bei uns mit dabei waren dann auch noch Fichtels aus Coburg, Weiden und Himmelkron.

Moritz: Ja genau, dazu kamen aus der Region Mitte noch zwei Pfadfinder – die waren aus Schwabach. In unserer Kochgruppe waren auch noch zwei Leute aus Karlshuld und Ingolstadt mit dabei. Auf jeden Fall ein lustiger, bunt gemischter Haufen.

 

Klingt ja nach einem ziemlich großen Kreis an Leuten. Seid ihr zusammen angereist und wart ihr zusammen in einem Teillager?

Chris: Wir waren gemeinsam im Teillager „Gamer´s Throne“ von RPS (Rheinland-Pfalz/Saar). Die Anderen waren ansonsten relativ verstreut also zum Beispiel im Teillager „Saneco“ – im Hygieneteillager oder im bayerischen Teillager „Love Zone“.

Moritz: Mit dem Bus sind die Hofer zusammen mit den Weidnern und Rehauern angereist, zusätzlich gab es noch einen Hänger mit Material, der zum Bundeslager gefahren wurde.

 

Das klingt ja jetzt alles noch ein bisschen kompliziert für mich. Ich hab zwar schon ein paar Bilder vom Bundeslager gesehen und war total begeistert aber ansonsten noch nicht viel davon gehört. Erzählt uns doch einmal etwas vom diesjährigen Thema des Lagers und was die Teillagerthemen damit zutun hatten.

Chris: Das große Thema war, wir haben nicht das Jahr 1517, nicht 2017 sondern 2517 – leben also genau 1000 Jahre nach der Reformation. Alle Menschen wohnen dann in unterschiedlichen Sektoren, in Städten unter einer Kuppel mit ihrem eigenen, besonderen Thema. Seneco war zum Beispiel sehr auf Hygiene fokussiert, Gamer´s Throne war die Gladiatorenstadt in der sehr viel gespielt wurde und es gab viele spannende Wettkämpfe. Da war z.B. auch Mario Kart dabei, oder Quidditch wie in den Harry Potter Büchern. Nun hat jedoch ein verrückter Wissenschaftler angekündigt, die Welt zu zerstören, da das Leben in den abgeschotteten Blasen seiner Meinung nach nicht mehr lebenswert ist. Aus jedem Teillager wurde dann also ein Held gerufen, der zusammen mit den Bewohnern der Städte gegen den Wissenschaftler kämpfen sollte, um den Weltuntergang zu verhindern. Der Hintergedanke dabei war, dass man sich mit dem jetzigen Leben beschäftigt, wie es sich vermutlich weiterentwickeln wird und ob man etwas reformieren kann und sollte wie schon damals zu Luthers Zeiten, nur ohne religiösem Bezug.

Moritz: Das wurde so umgesetzt, dass in den verschiedenen Teillagern Workshops angeboten wurden. Es gab jeweils ein Morgenprogramm, wodurch man seinem Helden helfen konnte den Wissenschaftler zu besiegen. Es gab auch ein großes Geländespiel mit dem gesamten Lager, bei dem Raketenteile zusammensammeln musste, um einen Asteroiden zu zerstören welchen der böse Wissenschaftler auf die Erde gelenkt hat. Das war eine sehr spannende Angelegenheit das dann auch teilnehmerübergreifend umgesetzt wurde.

BuLa 2017 - Gamers Throne Arena

 

Oh, das ist mal was ganz was Anderes!
Wenn ihr von der Arena sprecht, geht es dann um diese hier?

Chris: Ja genau, die wurde extra für unser Teillager gebaut. Ein paar Techniker haben diese dazu extra vorher innerhalb weniger Tage zusammengeschustert. Das war wirklich eine Meisterleistung!

Moritz: Absolut! Darum haben uns dann ja sogar die anderen Teillager beneidet.

 

Weil du, Christian, vorhin das Thema Religiosität angesprochen hast. Es gab ja auch Leute die das vorher kritisiert haben, dass das Bundeslager dieses Jahr einen vermeintlich sehr großen religiösen Bezug haben und das vielleicht nicht alle so teilen. Wie seht ihr das jetzt im Nachhinein?

Moritz: Also tatsächlich sehe ich das nicht ganz so. Der Gottesdienst war dieses Jahr so spektakulär, dass es sich tatsächlich für jeden gelohnt hat hinzugehen. Und dass Martin Luther zu Wittenberg dazugehört versteht sich eigentlich von selbst. Es hatte jetzt weniger mit Religiosität an sich zu tun als mit normaler Weiterbildung die wir ja bei den Pfadfindern sowieso in jeder Hinsicht haben. Hat auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht!

Chris: Ja, das Thema war zwar theoretisch christlich angehaucht aber es wurde faktisch überhaupt nichts Christliches umgesetzt, maximal wurde das Wort Martin Luther in den Mund genommen. Es ging um Zukunftsbetrachtungen und -visionen, Science Fiction möchte man meinen. Da war für jeden was dabei und Religiosität – fast null!

 

Danke schon einmal dafür!
Was waren eure zwei größten Highlights für euch persönlich und für die Kinder?

Moritz: Meine zwei persönlichen Highlights waren auf jeden Fall zum einen unser Teillager mit allen dazugehörigen Aspekten. Die Kreativität war wirklich beeindruckend. Zum anderen waren die Oasen wirklich wieder super. Ich habe unglaublich viele neue Leute kennengelernt. Für die Kinder war das Teillager durch die ganzen kurzweiligen Spiele auch unglaublich schön. Das Schöne ist ja auch, dass man auf dem BuLa immer sehr flexibel ist und sich sein Programm selbst aussuchen kann.

Chris: Also ein Highlight war definitiv der Gottesdienst. Die Band hieß Good Weather Forecast, da war auch eine megagute Stimmung, so richtig wie bei einem Konzert! Man hat auch viele tanzende Kinder gesehen, diese hatten definitiv viel Spaß. Zudem war auch definitiv der Wittenbergtag für die Kinder ein Highlight, an dem ist man einfach mal für einen Tag vom Lagerplatz runtergegangen ist und Wittenberg erkundet hat. Für mich als Küchenteammitglied war aber vor allem der Abend ein Highlight: Man konnte halt sagen wir entspannen jetzt, alle Sachen sind verräumt und wir haben nichts mehr zu tun. Für die Kinder war auch der Abschlusswettkampf von unserem Teillager noch ein großes Highlight. Hier gab es noch eine riesige Wasserbombenschlacht zwischen unserem Team, Team Rot und dem König mit seinem Gefolge. Und natürlich haben wir gewonnen!

 

Wie immer gewinnt die Region Fichtelgebirge – so muss es sein!
Zum Thema Programm hab ich auch auf der Website des Bundeslagers gefunden. Hier gab es sogenannte Akademien, könnt ihr dazu was erzählen?

Chris: Das Grundprinzip war, dass es fünf Akademien gab, welche wiederum verschiedene Workshops zu verschiedenen Themen angeboten haben. Eine war beispielsweise „Auf die Plätze gegen Hetze” und da gab es die Themen „Demokratie erleben“ oder auch ein Workshop zum Thema Diskussionskultur. Das Programm gab es vorher kostenlos zu buchen, dass kein Material verschwendet wurde und auch nicht zu viele Teilnehmer gleichzeitig da waren. Es hat auf jeden Fall super funktioniert dieses Jahr und es war auch ausgezeichnet geplant.

 

Ihr habt ja vorhin schon begeistert von den Oasen erzählt. Gab es denn dieses Jahr auch wieder eine IMWe Oase und habt ihr selbst auch Pfadis aus internationalen Gruppen kennengelernt?

Chris: Es gab eine sogenannte Singeoase, die alle anderen Zelte mit der Lautstärke deutlich übertroffen hat. Es wurde ständig gesungen, gespielt, getanzt und geklatscht. Die war denke ich vom VCP Land Hessen. Internationale Gruppen gab es dort auch sehr viele, ich habe sowohl Australier und Palästinenser kennengelernt und mit ihnen Badges getauscht. Das waren wie bei uns auch alles sehr liebe Leute und es war auf jeden Fall sehr interessant wie das Pfadfinden in anderen Ländern so abläuft. Im Fall Australien war ich sogar total positiv überrascht, dort wurden extra für unser Bundeslager mal eben eigene Trikots und Badges erstellt und mitgebracht.

Moritz: Ich habe Pfadfinder aus Simbabwe kennenlernen können und hab mich auch sehr ausgiebig mit einem Pfadfinder aus dieser Gruppe unterhalten. Dort sind zum Beispiel die Pfadfindergruppen deutlich größer und mit unterschiedlichen Altersstufen. Außerdem hatte ich noch die Möglichkeit mich mit einer Amerikanerin über die Kultur und Pfadfinderei in ihrem Land auszutauschen. Das war alles super interessant und kann ich jedem für das nächste Mal nur empfehlen.

 

Jetzt bin ich fast ein bisschen neidisch… Gab es denn dann überhaupt mal einen Tiefpunkt bei euch?

Moritz: Ja, mein persönlicher Tiefpunkt war, dass mir der Chris versehentlich etwas Borschtsch in meinen Schuh geschüttet hat und ich mit einer Brandwunde ins Lagerkrankenhaus musste, aber stimmungstechnisch gab es nix zu meckern!

Chris: Ich finde es ist schwer einen Tiefpunkt zu benennen, Wetter, Leute und die Stimmung waren fast immer perfekt. Aber ja, dieser Tag war durch den Unfall etwas stressig.

 

Moritz, was hat er in deinen Schuh geschüttet?

Moritz: Ach so ja, Borschtsch: Das ist ein ungarischer Gemüseeintopf mit roter Beete und der ist sehr, sehr heiß.

 

Also gab es auch internationale Küche auf dem Lager oder war das eine Idee von euch zwei?

Moritz: Also das Küchenprogramm war insofern festgelegt, dass es jeden Tag abends drei Gerichte zur Auswahl gab. Diese hatte bereits der Stefan Sauer aus Ingolstadt ausgewählt und weil die Auswahl super war, haben wir das dann auch gleich so übernommen. Wir hatten einen Essensplan auf dem dann festgelegt war, wann es was zu essen gibt und wir haben ein Rezeptbuch mit genauen Anleitungen wie was gekocht wird bekommen. Das war super durchorganisiert. Eine der Highlights waren beispielsweise das Geschnetzelte oder die leckeren Bratwürste. Natürlich waren auch immer mal wieder ein paar Sachen dabei die nicht ganz so gut angekommen sind aber man kann es ja nicht immer allen Recht machen.

Chris: Dem ist fast nichts hinzuzufügen, nur das Kochbuch kann ich hier gerne noch zur Verfügung stellen, da waren echt super Rezepte dabei!

 

Das kannst du gerne unseren Lesern zur Verfügung stellen! (Den Download findet man hier.)
Habt ihr uns denn abschließend auch noch eine schöne Anekdote vom BuLa mitgebracht?

Chris: Also am lustigsten fand ich persönlich folgende Geschichte: Das Lager heißt ja Bundeslager und die Band hat die ganze Zeit „Bundescamp, dreh den Swag auf!” gespielt. Ja, und das hat es dann auch irgendwann einmal bis zu den Kindern als Running Gag geschafft. Beim Abschlussabend hat das dann die Masse an Menschen auch immer wieder gebrüllt, bis das ganze Lager inklusive Lagerleitung „Bundescamp” gerufen hat und alle gejubelt haben, das war ziemlich witzig!

Moritz: Es gab sehr viele schöne Momente! Einer meiner Schönsten war mein Auftritt beim Liederwettbewerb zusammen mit Stefan Sauer und Nils aus Karlsruhe, bei dem wir von der Bloodhound Gang das Lied „Fire Water Burn” umgedichtet haben und ich einen schönen Raptext geschrieben habe. Leider wurde der Song nicht so gewürdigt wie er es verdient gehabt hätte, wir haben nicht gewonnen. 😀 Aber wie das Stadion dabei gebebt hat, das wird natürlich ewig in Erinnerung bleiben!

 

Würdet ihr denn das BuLa weiterempfehlen wenn es dann in vier bis fünf Jahren wieder stattfindet?

Moritz: Ja würde ich auf jeden Fall weiterempfehlen einfach weil man so viele neue Leute kennenlernt und es einfach ein ganz anderes Lager ist als jedes Pfingstlager.

Chris: Ja! Ich würde es weiterempfehlen weil man so viele neue Leute trifft, das ist einfach wunderbar. So viele verrückte Leute, das hat man sonst nirgendwo. Ich möchte auch an dieser Stelle noch sehr lieb meine Fichtels grüßen und noch einmal herzlichen Dank an unsere beiden Köche aus Schwabach aussprechen, die unsere Küche hauptsächlich geschmissen haben während ich nur daneben stand und Kartoffeln geschält habe. Ohne sie wäre es sicher nicht so gut geworden!

 

Vielen Dank für das tolle Interview!

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